Stadtgeschichte

Gedenktafel zur Erinnerung an 400 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die am Bahnhof Süd in Gifhorn den Tod fanden


Die Stadt erinnert mit einer Gedenktafel am Bahnhof Süd an die Tragödie, wo sich 400 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen im April 1945 an tückischem Methylalkohol vergifteten

Das Schild erinnert an eine der dunkelsten Stunden in Gifhorns jüngerer Geschichte. Die Menschen, die meisten von ihnen aus Osteuropa verschleppt, hatten den Krieg überlebt und wollten nach dem Einmarsch der US-Truppen ihre Befreiung feiern.

Der Zweite Weltkrieg neigte sich in Europa seinem Ende zu. Bis zur Kapitulation des NS-Regimes am 8. Mai waren es nur noch wenige Wochen. Die US-amerikanischen Truppen waren bereits in Gifhorn eingetroffen und hatten Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter befreit. Das war für einige von den Befreiten ein Grund zum Feiern, denn sie hatten die den furchtbaren Krieg überlebt, der Millionen Menschen das Leben kostete.

Am 24. April 1945 brachen sie einen Waggon am Bahnhof Gifhorn auf und tranken den dort in Kanistern gelagerten Alkohol. Unglücklicherweise handelte es sich dabei um Methylalkohol, hochgiftiger Treibstoff für Panzer und Flugzeuge, der im dem Krieg keine Verwendung mehr gefunden hatte. Dieser kostete in etwa 400 junge Osteuropäer das Leben, die ihre Befreiung feiern wollten.

Nur wenige der meist jungen Menschen sind namentlich bekannt, wie der junge Pole Mieczyslaw Banasiak. Die meisten Toten fanden in Massengräbern in Gifhorn und Umgebung ihre letzte Ruhe. 213 von ihnen wurden 1959 umgebettet und liegen nun auf dem Kriegsgefangenen-Friedhof in Wietzendorf im Heidekreis. Den Lokalhistorikern ist es zu verdanken, dass das Schicksal der Opfer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.


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