Aktuelles

Die Sommertour 2020

02. September 2020

Kirche im Brauhaus

Tagestreff Moin Moin

Vielen Obdachlosen droht der Kältetod – Gifhorns Bürgermeister Nerlich will Warnungen vom Tagestreff Moin, moin nun Taten folgen lassen

Wie ergeht es eigentlich den obdachlosen Menschen in der Corona-Pandemie? Das wollte Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich wissen – und besuchte deshalb am letzten Tag seiner Sommertour den Tagestreff „Moin, moin“ an der Braunschweiger Straße. Die Arbeit dort geht – wenn auch mit Einschränkungen – weiter. Was Sandra Brünger, Regionalleiterin in der Wohnungslosenhilfe der Diakonie, jedoch große Sorgen bereitet, sind die kommenden Monate: „Ich fürchte, dass es im Herbst und Winter mehr Kältetote geben wird.“

Doch warum sollten in Zeiten der Pandemie mehr Menschen nachts auf den Straßen erfrieren, als in all den Jahren zuvor? Die Antwort ließ nicht nur Bürgermeister Nerlich, sondern auch die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann aufhorchen: „Seit Beginn der Corona-Einschränkungen werden keine Neuen mehr ins Obdach aufgenommen“, erläuterte Sandra Brünger.

Zwar gebe es für jeden Menschen einen Rechtsanspruch auf eine warme Unterkunft – doch Bund, Länder und Kommunen verständigten sich laut der Mitarbeiter im „Moin, moin“ sofort zu Anfang der Corona-Zeit darauf, dass man das Von-Ort-zu-Ort-Wandern von obdachlosen Menschen möglichst unterbinden wollte. Klar, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Und seitdem gibt es Obdachlosenunterkünfte eben nur noch für jene, die schon zu Beginn der Pandemie an Ort und Stelle waren.

Wer neu in eine Stadt kommt und nach Obdach ersucht, wird wieder zurückgeschickt – unter den davon betroffenen Menschen habe sich das schnell herumgesprochen, berichtete Sandra Brünger. Obdach gebe es jetzt nur noch in jener Kommune, in der man zuletzt gemeldet war. Die Wanderbewegungen seien tatsächlich zum Erliegen gekommen. Das Ziel wurde also erreicht.

Doch damit ergeben sich nun neue Probleme: Denn was wird aus jenen, die erst jetzt auf der Straße landen oder in den zurückliegenden Wochen gelandet sind? Die in Zeiten von Corona vielleicht erst ihren Job und dann ihre Bleibe verloren haben? Für sie gibt es keine Obdachlosenunterkünfte mehr, die vorhandenen Plätze sind belegt – und weitere sollten ja eh nicht aufgenommen werden.

Zuletzt hätten sich viele damit abgefunden, so Sandra Brünger. Unter einer Brücke oder auf einer Parkbank seien die Nächte bei nicht allzu niedrigen Temperaturen ja durchaus noch erträglich gewesen. Doch allmählich wird es ernst: Wenn es nicht bald weitere Unterkunftsplätze gibt, drohe manchem eben der Kältetod.

Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich ist alarmiert: „Dann müssen wir eben schnelle und einfache Lösungen finden“, befand er und überlegte sogleich: „Vielleicht einen Kita-Container, den wir andernorts eh abbauen würden, oder ein beheiztes Zelt?“ Und mit Blick zur Bundestagsabgeordneten Ingrid Pahlmann schloss er fordernd an: „Vielleicht möchte sich der Staat ja auch daran beteiligen, wenn die Kommunen dabei sind, Lösungen zu finden und zu finanzieren?“ Die Parlamentarierin mochte das nicht voreilig zusagen, versprach aber: „Ich nehme das auf jeden Fall mit nach Berlin.“

Für diejenigen Obdachlosen, die zu Beginn der Corona-Einschränkungen Zuflucht in der städtischen Notunterkunft am Gifhorner Kiebitzweg suchten, könnten die zurückliegenden Monate hingegen freier von mancher Sorge gewesen sein. Denn wo vorher nur übernachtet werden durfte und die Schlafgäste jeden Morgen wieder das Feld räumen mussten, gelten seither neue Regeln: Die Anzahl der Plätze in der Unterkunft wurde zwar von 17 auf 10 verringert, um mehr Abstand und Hygiene zu ermöglichen; doch wer schon da war, durfte bleiben – und das jetzt auch tagsüber.

Die Mitarbeiter vom „Moin, moin“ erkannten aber auch da sofort wieder ein neues Problem: „In der Notunterkunft am Kiebitzweg haben die Menschen nur ein Bett und einen Stuhl – keinen Kühlschrank und auch keine Waschmaschine. Wozu auch? Bisher mussten sie ja nach jeder Nacht auch wieder abziehen“, erklärte Sozialarbeiter Uwe Bilau beim Besuch des Bürgermeisters.

Also ergriffen die Sozialarbeiter die Initiative: Seit Monaten packen sie jeden Morgen Lunch-Pakete und bringen diese in den Kiebitzweg – auch um mit den dort lebenden Menschen ins Gespräch zu kommen, um ihnen in schweren Situationen zur Seite stehen zu können.

Im „Moin, moin“ hingegen hat sich einiges verändert – anderes wiederum ist gleich geblieben; doch das wissen noch lange nicht alle, die es interessieren dürfte.

Hier gehen wohnungs- und mittellose Menschen ein und aus, hier bekommen sie Essen, hier können sie sich duschen und ihre Wäsche waschen, hier werden sie beraten und hier treffen sie beim Gespräch oder bei der Zigarette im Innenhof auf Menschen, denen sie nicht erst alles haarklein erklären müssen, sondern die verstehen, wie es ihnen ergeht, weil sie dieselben Erfahrungen teilen. Normalerweise ist das so – doch in Zeiten von Corona ist nun eben alles ein bisschen anders.

Sozialarbeiter Bilau und seine beiden Kollegen Elisabeth Behrends und Ralf Maletz erläuterten, wie es im „Moin, moin“ jetzt läuft: „Anfangs durften wir gar kein Essen mehr ausgeben, die Vordertür war stets verschlossen, obwohl wir in den hinteren Räumen natürlich auch weiterhin Einzelberatungen anboten.“ Die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Klienten verkürzte dies jedoch auf ein knappes: „Das 'Moin, moin' hat zu!“ Auch zu den Beratungen kamen nur noch wenige.

Inzwischen gibt es wieder Essen im „Moin, moin“: Wo vorher Frühstück für 1 Euro und Mittagessen für 2 Euro angeboten wurden, gibt es jetzt aber nur noch eine Mahlzeit am Tag – die jedoch kostenfrei! „Mal ein vollwertiges Mittagessen, aber auch mal Suppe, Salat und Baguette oder etwas völlig anderes“, so Uwe Bilau. Und warum nun völlig kostenfrei? „Ach, wir dachten uns, es gibt jetzt eh schon genug Probleme und Einschränkungen, da wollten wir damit wenigstens ein kleines bisschen entlasten...“

Während Bund und Länder also Förderprogramme für Unternehmen auflegten, hat das „Moin, moin“ ein Hilfsprojekt gestartet, dass den wohl Schwächsten in unserer Gesellschaft zugute kommt. Und so lange die Spenden – für die sich die Mannschaft vom „Moin, moin“ aufs Herzlichste bedankt – nicht ausgehen, soll es mit dem kostenfreien Essen weitergehen.

Die Vordertür ist aber nach wie vor verschlossen – eingetreten wird nur einzeln, Handflächen müssen desinfiziert und außer beim Essen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. „Und wenn der Andrang zum Monatsende besonders groß wird, müssen einige erst mal draußen warten, bis drinnen alle nach spätestens 40 Minuten aufgegessen und das 'Moin, moin' wieder verlassen haben“, erklärte Uwe Bilau. „Dann werden alle Tische desinfiziert, und dann darf die nächste Belegschaft rein.“

Soziale Kontakte werden so allerdings auf ein Minimum begrenzt. In Vor-Corona-Zeiten verbrachte mancher seinen halben Tag im „Moin, moin“, konnte Karten spielen und traf eigentlich immer auf Bekannte oder auf Menschen, denen es ähnlich ergeht. All das fehlt nun natürlich völlig.

„Wer ernsthafte Probleme hat, für den hat sich kaum etwas geändert – denn unsere Beratungsangebote gibt es natürlich weiterhin“, erläuterte Uwe Bilau. „Wer jedoch nur gekommen ist, um Kontakt zu anderen Menschen zu haben, um zusammenzusitzen, zu rauchen und zu quatschen, der hat mit Corona natürlich so richtig ins Klo gegriffen...“

Text und Foto: Çagla Canidar/KURT Media

Famila

27. August 2020

Waldkindergarten

Bürgermeister Matthias Nerlich radelte heute zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Ingrid Pahlmann im Rahmen seiner Sommertour nach Winkel. Dort besuchten beiden den Waldkindergarten "Kleine Füchse" - und wurden herzlichst empfangen.

Tierheim Ribbesbüttel

Im Rahmen seiner Sommertour machte Matthias Nerlich auch Halt beim Tierschutzzentrum Ribbesbüttel und besuchte gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Ingrid Pahlmann  die tierischen Bewohner.

Gifhorner Schweiz

Die Gifhorner Heide genießen viele - sie zu schützen, kommt jedoch leider nur den wenigsten in den Sinn. Das erfuhr auch Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich, als er im Rahmen seiner Sommertour am Donnerstag einen Halt in der Gifhorner Schweiz einlegte. Schäfer Karl-Gustav Laser nahm ihn und weitere Gäste mit auf eine Tour duch das Naturschutzgebiet - und betonte dabei seinen Wunsch, dieses offiziell unter Schutz stehende Gebiet auch tatsächlich mehr zu schützen.

Karl-Gustav Laser kennt sich aus in der Gifhorner Heidelandschaft - immerhin ist er seit mehr als 25 Jahren Schäfer in unserer Region und führt seine 300 Heidschnucken regelmäßig durch die Heidelandschaften. In dieser Funktion trägt er Matthias Nerlich und seinem Team drei zentrale Anliegen vor: klare Benimmregeln an jedem Eingang ins Naturschutzgebiet, die Schulung von Ehrenamtlichen zur Pflege der Kulturlandschaft und vor allem der Wegeschutz.

Dem Naturschutzgebiet in Winkel begegne so mancher Besucher mit Unachtsamkeit, weiß Schäfer Laser bei seiner Führung zu berichten. "Viele wissen sich nicht zu benehmen", bedauert er. Zwar seien Hinweisschilder mit Benimmregeln an den Eingängen zur Heidelandschaft aufgestellt, diese würden jedoch oft zu wenig wahrgenommen und meist ignoriert. Vor allem an die ganzjährig geltende Leinenpflicht für Hunde im Naturschutzgebiet erinnert Karl-Gustav Laser.

Die Gifhorner Schweiz ist darüber hinaus auch beliebtes Motiv für Hochzeitsfotos. Da werde dann schonmal Platikkonfetti fürs Foto verschossen, so Karl-Gustav Laser. Auch bei der gemeinsamen Tour mit dem Bürgermeister liegen die Überreste auf dem Weg vor seinen Füßen. "Das Problem kennen wir von unserer Hochzeitsmühle", meint Matthias Nerlich mitfühlend. Im Gespräch mit dem Traditions-Schäfer tauschen beide Ideen über die wichtigsten Regeln und mögliche Piktogramme aus.

Die Pflege der Heide geht uns an alle

"Die Heide ist eine Kulturlandschaft - keine Naturlandschaft", betont Schäfer Laser. "Wenn wir dieses Gebiet sich selber überlassen würden, wäre das hier alles Wald." Denn die Heide ist durch "Samendruck von außen", wie es der Schäfer formuliert, bedroht. Rauschbeere, Bentgras, Wacholder, Traubenkirsche und vor allem die Waldkiefer breiten sich aus. Apropos - die angedachten Schilder könnten Besuchern doch auch erläutern, wie sie etwas für den Naturschutz in der Heide tun könnten, überlegt Karl-Gustav Laser und deutet auf drei kleine Kiefernsprösslinge. Wenn der Boden gut feucht sei, könne man die gut mit der Hand herausreißen. "Wenn man darüber aufklärt, kann man die Besucher mit einbinden in den Naturschutz." Das probieren Gifhorns Umweltplanerin Ellen Schulze und Stadtplanerin Maike Klesen unter seiner Anleitung gleich einmal aus - und halten promt die drei Sprösslinge in der Hand.

"Eine Schutzgebietsbetreuung, das ist seit über 20 Jahren meine Herzensangelegenheit", fügt der Heidschnucken-Schäfer hinzu. "Geschulte Ehrenamtliche, die nicht belehren, sondern aufklären und die Besucher mitnehmen." Die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann grübelt über diesen Vorschlag nach: "Ehrenamtliche Ranger für die Heide, das wäre doch eine tolle Idee." Dem Bürgermeister und Karl-Gustav Laser fallen auch spontan ein paar mögliche Personen dafür ein. Auch ein geschlossener Bienenstand wäre vorteilhaft, wirft der Schäfer noch ein. Ingrid Pahlmann überlegt: "Das könnten Schülerinnen und Schüler der BBS im Rahmen ihrer Ausbildung basteln."

An der nächsten Weggabelung weist Karl-Gustav Laser auf die immer breiter werdenden Wege hin. "Das passiert nicht unbedingt absichtlich", gibt er zu bedenken. Allerdings seien abkürzende Trampelpfade mitten durch die Heide, Motorrad- und Fahrradspuren leider keine Seltenheit. Sein Wunsch: "Die Wege sollten gekennzeichnet werden, etwa mit Knüppelholz." Auch an den berühmten Luftwurzeln der knorrigen Kiefern am Abhang hinter dem Parkplatz spricht er sich für eine Absperrung aus, etwa in Form einer Treppe. "Sechs Jahre noch - dann sind die Kiefern kaputt", schätzt Karl-Gustav Laser. "Die sind einzigartig im Landkreis Gifhorn. Schade natürlich, dass dann die Kinder nicht mehr darauf klettern könnten - aber so könnten wir sie für kommende Generationen erhalten."

Seit mehr als 25 Jahren führt der Schäfer seine Heidschnucken durch die Gifhorner Heide. Welche Veränderung ist in dieser langen Zeit besonders präsent geworden? "Die Nutzer haben den Bezug zum Naturschutzgebiet verloren. Sie achten die Natur nicht so, wie sie es verdient hat. Und je mehr man sich nicht darauf einlässt, desto größer werden die negativen Auswirkungen."

Wie wäre es mit einer Heide-Gastronomie?

"Wir müssen hier finanziell investieren - das ist klar", betont Bürgermeister Nerlich zum Abschluss der Heide-Tour. "Man sieht: Die Heide ist es wert!" Ihm schwebt die Idee eines kleines Gastro-Verkaufsstandes im Kopf. "Das ist für mich ein ernsthafter Gedanke. Auf dem Parkplatz, nicht auf der Heidefläche natürlich. Müsste ja nicht mal groß sein, aber so ein Kaffee oder ein Eis wären doch jetzt ganz nett."

20. August 2020

Fleischerei Müller

Die Sommertour von Gifhorns Bürgermeister geht in die zweite Woche: Auf seinem Fahrrad radelte Matthias Nerlich am Donnerstagvormittag nach Wilsche und stattete der Fleischerei Müller einen Besuch ab.

Unter dem Motto "Sommertour mal anders" machte Gifhorns Bürgermeister Halt bei Familie Ulrich. Das Unternehmen darf auf eine 30-jährige Familientradition zurückblicken und arbeitet mit bewährten Rezepten.

Hier wetzt der Fleischermeister noch selbst das Messer! "Auch deshalb habe ich mir diesen Betrieb ausgesucht", betont Matthias Nerlich, der sich von Inhaber Ulrich Müller die aktuelle Situation schildern ließ.

"Nach Corona fiel unser Partyservice, den wir neben dem Laden führen, auf Null. Der Laden fängt das aber ganz gut ab", meint der Fleischermeister und hängt die Erklärung direkt hinten dran: "Viele fremde Gesichter sind in den vergangenen Monaten vorbeigekommen, die uns mit einem Einkauf unterstützen wollten und eben nicht zum Discounter gegangen sind. Die kommen jetzt regelmäßig!" Und, so Ulrich Müller weiter: "Die Leute haben sich dafür bedankt, dass wir noch da sind."

Als Handwerksbetrieb behauptet sich Fleischerei Müller gegen die Großkonzerne, die nicht erst seit dem Tönnies-Skandal um schlechte Arbeitsbedingungen und Unterkünfte in Kritik geraten sind. Ulrich Müller augenzwinkernd: "Ich sage es mal so: Es ist nicht schlimm, dass die jetzt mal einen auf den Pelz bekommen haben." Der Wilscher Betrieb setzt dagegen auf ordentliche Entlohnung, regionale Beschaffung und überlegte Verarbeitung. Die Leute würden den Unterschied zwischen geringer Qualität und Spitzenqualität merken, so Ulrich Müller. Und Bürgermeister Matthias Nerlich, der erneut von Gifhorns Bundestagsabgeordneter Ingrid Pahlmann begleitet wurde, bekräftigte: "Alles hat seinen Wert, darüber müssen wir uns im Klaren sein. Sei es das Steak von Uli Müller oder anderswo der Apfel."

Neben der Fleischerei Müller besuchte Matthias Nerlich in Wilsche zudem das Gasthaus Deutscher Heinrich, in Neubokel das neue Baugebiet "Rehboom" und den Heidesee Gifhorn, um eine aktuelle Bestandsaufnahme und weitere Überlegungen für das ausgetrocknete Moorgewässer anzustellen. Die nächste Tour ist für Freitag, den 18. August geplant.

Dann radelt Gifhorns Bürgermeister zum Ortsteil Winkel, wo ihm unter anderem der Waldkindergarten Einblicke gewährt.

Text und Foto: Çagla Canidar/KURT Media

Zum Deutschen Heinrich

Auf der zweiten Etappe seiner Sommertour stattete Matthias Nerlich auch dem Gasthaus Zum Deutschen Heinrich in Wilsche einen Besuch ab. Gifhorns Bürgermeister und die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann trafen dabei Inhaberin Natalia Petrich, die im Januar die traditionsreiche Speisegaststätte übernommen hatte.Die Freude über ihr „drittes, adoptiertes Kind“, wie Natalia Petrich den Deutschen Heinrich liebevoll auch nennt, ist ihr im Gesicht abzulesen. „Ich habe meinen Traumberuf verwirklicht – und der ist wirklich mehr als nur ein Job“, strahlt sie. Obwohl die Corona-Pandemie und ihre Einschränkungen, die vor allem auch die Gastronomen hart treffen, im Hintergrund weiter für unruhige Momente sorgen, bleibt Natalia Petrich positiv gestimmt. Sie meint mit einem Lächeln: „Ich kann ja nicht in der Ecke sitzen und weinen. Das hilft ja auch keinem.“Diese Einstellung schätzt Bürgermeister Nerlich sehr: „Es ist ein tolles Gasthaus. Schön also, dass es weiterhin in so guten Händen geführt wird.“ Denn Natalia Petrich zählt neun Festangestellte zu ihren Mitarbeitern, davon alleine drei Köche. Zusammen mit Aushilfen seien es 16, 17 Mitarbeiter, die sie beschäftige: „Und die Gäste kommen gern hierher, man merkt das Woche für Woche mehr.“ Damit freut sich die Inhaberin auf die traditionellen bayerischen Wochen, in denen auch das Personal in Dirndl und Tracht auftritt. Dann folgen auch schon die Wild-Zeit und die Weihnachts-Festessen, ehe es im kommenden Jahr eine neue Auflage des beliebten Krimi-Dinners gibt.

Text und Foto: Bastian Till Nowak/KURT Media

Heidesee

Seit dem Aus der Gastronomie im Jahr 2011 steht das Gebäude am Gifhorner Heidesee leer. Noch immer wartet Unternehmer und Eigentümer Frank Werner auf Interessenten. Mittlerweile kommt aber wieder etwas Bewegung in die Geschichte – zumindest was den Heidesee selbst betrifft. Die Gifhorner Stadtverwaltung möchte das Landschaftsschutzgebiet nutzen, um einen Naturlehrpfad ins Leben zu rufen. Das gab Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich am Donnerstagnachmittag bei einem Halt im Rahmen seiner Sommertour zusammen mit Maike Klesen, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung, bekannt.

Die Gaststätte am Heidesee findet sich mittlerweile auf Internetseiten, die Ruinen und vergessene Orte bewerben. Schmucklose Graffiti zieren das eingefallene Gebäude, Farne und Gräser haben längst die Oberhand gewonnen. Von dem einst stilvollen Etablissement und der feinen Terrasse mit Blick auf den See ist wenig übriggeblieben. Der See selbst ist durch die Dürresommer der vergangenen Jahre beinahe restlos ausgestrocknet.Das war zum bisher letzten Mal Ende des 19. Jahrhunderts der Fall, so Maike Klesen. Dennoch gibt es nun erste Pläne, wie Gifhorns Stadtverwaltung zumindest das Gebiet um den Heidesee nutzbar machen könnte, um möglichen Interessenten der Gaststätte eine reizvollere Umgebung zu schaffen.

„Wir stellen uns vor, dass der Rundweg erneuert wird“, erklärt Stadtplanerin Klesen. „Wir haben hier eine fast einzigartige Möglichkeit, die Endmoränenlandschaft zu betrachten. Es gibt den alten Moorsee, die Dünen, die Calluna-Heide und die Allerniederung – auf engem Raum ist das alles vereint.“ Es sollen Informationstafeln und -schilder die einzelnen Landschaftsbilder miteinander verknüpfen und so Auskunft über die Gifhorner Natur geben. Der Heidesee sei als Biotop damit nicht nur für touristische, sondern auch für schulische Ausflüge eine interessante Angelegenheit, so die Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung. „Wir würden das mit der Naturschutzbehörde zusammen entwickeln, um alles unter einen Hut zu bekommen“, vertieft Maike Klesen die Ideen. Und die könnten schneller Form annehmen als man denkt – speziell auch im Hinblick auf die anliegende Gaststätte. „Es gibt sehr konkrete Gespräche“, gewährt Bürgermeister Matthias Nerlich neue Einblicke. Das Problem sei aber, dass aufgrund der Corona-Pandemie und ihren Einschränkungen viele Gastronomen aktuell zaghaft seien, was Übernahmen und Investitionen anbelangt. Matthias Nerlich: „Alle sind ein bisschen vorsichtiger und handeln unter diesen Bedingungen abwartend. Ich nenne natürlich keine Namen. Aber es ist derzeit ohnehin unklar, wann man die ersten Gäste empfangen könnte.“

Text und Foto: Cagla Canidar/KURT Media


13. August 2020

Metallbau Gieseke

Weg vom Schreibtisch und ab an die Werkbank: Die Sommertour von Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich hat begonnen – und führte ihn als allererstes zum neuen Unternehmenssitz von Metallbau Gieseke in Gamsen."Im Stahl- und Metallbereich können wir eigentlich alles", erläuterte Thomas Nesemann, Inhaber von Metallbau Gieseke. Zusammen mit 27 Mitarbeitern fertigt er Treppengeländer, Balkone, Industrieanlagen und vieles mehr aus Aluminium, Stahl und Edelstahl. Werkstatt, Schauraum und Büroflächen am neuen Sitz in der Hamburger Straße 3 in Gamsen messen insgesamt 2568 Quadratmeter. Eine enorme Vergrößerung, denn am alten Standort am Fuße des Gifhorner Weinbergs hatte die Firma nur 346 Quadratmeter Platz.Bürgermeister Matthias Nerlich ließ sich alles genau zeigen, die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann und der Gamsener Ortsbürgermeister Dirk Reuß begleiteten ihn. Und ganz zum Schluss durfte Matthias Nerlich dann auch noch selbst einmal das Schweißen unter Anleitung des Fachmanns ausprobieren. "Eine tolle Erfahrung", so der Bürgermeister. "Und ich bin gespannt, was mich in den kommenden Wochen bei meiner Sommertour sonst noch erwartet."

Text und Foto: Cagla Canidar/KURT Media

Diakonie Kästorf

Ab auf die Baustelle: Als zweites führte seine Sommertour den Gifhorner Bürgermeister Matthias Nerlich am Donnerstagnachmittag zur Diakonie nach Kästorf. Dort schaute er sich auf der Baustelle zur Erweiterung des Alten- und Pflegeheims Brömmelkamp um. Bauleiter Stefan Gottschlich führte die Gruppe über das Gelände - neben Matthias Nerlich waren auch die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann und der Kästorfer Ortsbürgermeister Jürgen Volke gekommen. Zuvor wurde gemeinsam mit Renate Geruschkat-Grundmann, der Geschäftsführerin der Altenhilfe, Pflegedienstleiterin Kerstin Gödecke, Heimleiter Harald Baruschke und Diakonie-Vorstand Hans-Peter Daub über Bedingungen in der Pflege gesprochen. "Wir müssen Pflege vom Wohnen her denken", sagte Diakonie-Vorstand Daub. Der Brömmelkamp-Neubau verfolgt genau diesen Ansatz: Dort sollen sich die Bewohnerinnen und Bewohner zu Hause fühlen und sich auch eigenverantwortlich versorgen können.

Text und Foto: Cagla Canidar/KURT Media

Bäckerei Lüdde

Am Ende des ersten Tages seiner Sommertour besuchte Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich die Bäckerei Lüdde in Kästorf. Bei herrlichem Sonnenschein gab's draußen Kaffee und leckeren Kuchen und nette Gespräche. Ein herrlicher Abschluss - und die beste Vorfreude auf die Fortsetzung der Sommertour in der nächsten Woche.

Text und Foto: Cagla Canidar/KURT Media

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